agrar-GmbH Mönchenholzhausen

Der Mensch im Umgang mit dem Rind


Das Rind und die Ohrmarke

In der gesamten EU und somit auch in Deutschland sind alle Rinder zu registrieren und mit jeweils zwei Ohrmarken zu versehen. Dies ist in der VVVO (Verordnung zum Schutz gegen die Verschleppung von Tierseuchen im Tierverkehr) geregelt.

Alle Rinder sind in einer Datenbank registriert. Und jedes Rind hat eine eigene Nummer – so wie bei uns die Personalausweisnummer.

Wird ein Kalb neu geboren, ist die Geburt innerhalb von 7 Tagen zu melden. Dazu gibt es eine Datenbank, die HI-Tier heißt. Wir können die Tiere direkt dort anmelden oder die Anmeldung über den Thüringer Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht (TVL) per Postkarte vornehmen.

Für jedes Tier stehen uns dann zwei Ohrmarken zur Verfügung. Diese ziehen wir am Tag nach der Geburt gleich ein, damit wir die Tiere nicht verwechseln, wenn mal mehrere an einem Tag geboren werden. Eigentlich hätten wir dazu 7 Tage Zeit.

Auf den Ohrmarken ist die individuelle Tiernummer aufgedruckt. Diese besteht aus zwei Buchstaben und 10 Ziffern. Die Buchstaben geben Auskunft über das Herkunftsland – DE = Deutschland. Die ersten beiden Ziffern geben Auskunft über das Bundesland, in dem das Tier lebt 16 = Thüringen. Danach kommt eine fortlaufende Nummer.

Damit ist jedes Tier eindeutig dem Halter zuzuordnen.

Also – wenn euch einmal im Wald oder auf dem Feld ein Rind gegenüber steht – merkt euch die Ohrmarke. Danach kann der Amtstierarzt relativ schnell feststellen, wem das Tier entlaufen ist.

Mit dem Einziehen der Ohrmarken können wir gleichzeitig noch ein weiteres Problem lösen. Es gibt eine Tierkrankheit, die BVD (Bovine Virusdiarrhoe / Mucosal Disease), die wir in Deutschland versuchen auszumerzen. Beim Einziehen der Ohrmarke wird gleichzeitig etwas Gewebe aus dem Ohr entnommen. Damit kann dann im Labor untersucht werden, ob das Tier Träger dieser Krankheit ist. Somit erspart uns das eine aufwendige Blutentnahme beim Kalb.