agrar-GmbH Mönchenholzhausen

Der Mensch im Umgang mit dem Rind

Aus unserem Leben:

Ruhe in Obernissa´s Nächten:             (16.Juni 2019)

Jedes Jahr im Frühjahr wird Obernissa nachts von einem Chor beschallt, der die Naturliebhaber freut, den einen oder anderen vielleicht auch etwas nervt.

Das sind unsere Frösche im Vordersee Obernissa. Es sind übrigens nur die männlichen Frösche, die dieses Konzert veranstalten, um die Damenwelt zu beeindrucken. Zur Beruhigung für die Genervten – dieser Lärm findet nur im Frühjahr, zur Paarungszeit statt.

Aber was ist geschehen? In diesem Jahr blieb das Konzert aus, bzw. es war nur sehr leise.

Auf Grund der schon sehr lange anhaltenden Trockenheit hat sich die Wasserfläche im See Obernissa sehr stark reduziert. Somit fanden viel weniger Amphibien ihr Domizil zum Laichen.

Der See Obernissa ist ein Himmelsgewässer. Das heißt, dass es keine Quelle gibt, die für einen Wasserzulauf sorgt. Er wird einzig und allein durch Regenwasser gespeist. Auch der Erdfall im Nord-Östlichen Teil ist keine Quelle. Die größte Fläche des Sees liegt nun trocken.

Frösche und andere Amphibien benötigen Wasser, um sich fortzupflanzen. Deshalb ist es in diesem Jahr sehr ruhig im See Obernissa.

Wir nutzen das Gelände um den See Obernissa als Weidefläche für einen Teil unserer Jungrinder. Die Beweidung ist dem Erhalt der Amphibienpopulation dienlich, da sonst die Wasseroberfläche zu sehr zuwächst, was den Amphibien nicht so gefallen würde.

Rinder und Frösche passen sowieso gut zusammen. In den Kuhfladen, die die Rinder liegenlassen, vermehren sich Fliegen und andere Insekten, von denen die Frösche sich gern ernähren.

Auch die kleinen Wasserpfützen, die am Uferrand durch die Trittflächen der Rinder entstehen, sind gute Vermehrungsflächen für Mückenlarven und anderes Froschfutter.

Aus der Rinderfütterung:             (7.Juni 2019)

Die Futtermittel, die unsere Milchkühe erhalten sind zu ca. 70 % selbst hergestellt.

Rinder sind Rauhfutterfresser. Das heißt, sie verwerten Gras und anderes Grünfutter, welches wir selbst nicht verdauen können. Somit erzeugen wir durch die Nutzung des Grünlandes Lebensmittel für uns Menschen. Ein Teil der Futterpflanzen wird allerdings auch auf dem Ackerland angebaut. Damit lockern wir gleichzeitig die Fruchtfolge auf und verbessern mit einigen Pflanzen (Luzerne und andere  Leguminosen) die Bodenfruchtbarkeit.

Auch ein Teil des Getreides wird für die Rinderfütterung genutzt. Aber hierbei handelt es sich um Getreide,  welches nicht für die menschliche Ernährung geeignet ist, weil es bestimmte Qualitätseigenschaften (Backeignung, Eignung als Braugerste …) nicht erfüllt.

Um unseren Rindern das ganze Jahr gute Futtermittel zur Verfügung stellen zu können, müssen wir das Futter für den Winter konservieren. Die sogenannte Silierung macht das Futter haltbar, über viele Monate lang. Frisch geerntetes Grünfutter verdirbt sehr schnell. Selbst im Futtertrog erwärmt es sich sehr schnell, wenn es einige Zeit liegt, und ist dann ungenießbar.

Im Gegensatz zu uns, mögen Kühe keine abwechslungsreiche Ernährung. Am besten ist, wenn sie jeden Tag das gleiche Futter erhalten. Die Bakterien im Pansen, die für die Verdauung der Zellulose verantwortlich sind, brauchen ca. 4 Wochen, um sich an neue Futtermittel anzupassen. Deshalb hat sich in unserer Region die ganzjährige Fütterung mit Silage durchgesetzt.

Die Silierung stellt uns immer wieder vor große Herausforderungen. Legen wir doch hiermit den Grundstein für die Fütterung eines ganzen Jahres. Mit schlechtem Grundfutter kann man viele Probleme bei unseren Kühen erzeugen. Einerseits geben sie nicht so viel Milch, aber viel schlimmer ist der Einfluss auf die Tiergesundheit. Eine Silage mit schlechten Inhaltsstoffen (Hefen, Schimmelpilze) kann schwerwiegende Gesundheitsstörungen bei unseren Kühen hervorrufen. Es können Euterentzündungen, Klauenprobleme, aber auch Leberschäden und anderen Organschäden auftreten.

Ein großes Problem sind Fremdstoffe im Futter. Oft finden wir Plastikmüll u.a. im Futter. Sorglos weggeworfene Verpackungen landen auf unseren Wiesen und dann im Futter. Das fressen die Kühe mit und es bleibt im Pansen liegen. Irgendwann macht es dann Probleme. Die Kuh frisst nicht, und wir wissen nicht warum. Vor allem, wir können ihr dann nicht mehr helfen.

Also – für die Silierung von Grünfutter muss alles stimmen. Das Gras sollte nicht zu alt sein, sonst hat die Silage zu wenig Energie und Eiweiß. Das Wetter muss passen. Es sollte nicht regnen und die Sonne muss scheinen, damit es anwelken kann. Ein bisschen Wind wäre uns auch recht. Damit bei Gras und Luzerne ein guter Silierprozess stattfindet, sollte es eine Trockensubstanz von 30 – 45 % haben. Ist es aber zu trocken, lässt es sich schlecht festfahren und es bleibt zu viel Sauerstoff im Futterstock. Da können sich dann wieder Hefen und Schimmelpilze bilden.

Also die Silierung stellt für unsere Kollegen Pflanzenbauer hohe Anforderungen.

Dieses Jahr haben wir den ersten Schnitt Gras und Luzerne sehr gut in´s Silo bekommen. Mit der Menge sind wir auch zufrieden. Ich staune immer noch, dass mit dem bisschen Regen doch relativ viel Gras gewachsen ist.

In einem Beitrag weiter unten habe ich die Silierung selbst im letzten Jahr schon einmal erklärt. 






Die Bienen und der Raps

Landwirte und Imker im praktischen Gespräch

 

Am 9.5.2019 haben sich Imker und Landwirte in der Agrofarm Knau getroffen und miteinander einen konstruktiven Dialog geführt.

Es war sehr interessant und wir haben einiges über die Honig- und auch die Wildbiene erfahren können.

Es gibt bei uns die Thüringer Arbeitsgemeinschaft Imkerei und Landwirtschaft. Hier wird schon seit Jahren eine Zusammenarbeit zwischen den Thüringer Imkern und Landwirten gesucht.

Besonders beim Raps kommt es immer wieder zu Konflikten. Ist es doch notwendig, die Pflanzen vor Krankheiten und Schadinsekten zu schützen. Tut man nichts, führt das nicht nur zu geringeren Erträgen, nein die Ernte kann total ausfallen. Da das Rapsöl ernährungsphysiologisch dem Olivenöl ähnlich ist, und die Rapspflanze eine Abwechslung in unsere Fruchtfolge bringt, ist der Anbau bei uns auf jeden Fall sinnvoll.

Die schöne, stark aromatisch riechende Rapsblüte ist beliebtes Bienenfutter. Sie stellt also zurzeit eine große Nährstoffquelle dar und füllt den Honigtopf.

Pilzkrankheiten und verschiedene Käfer bedrohen aber auch jetzt unsere Rapspflanzen.

Da gibt es nur zwei Varianten – entweder behandeln, also spritzen oder auf die Rapsernte verzichten.

Zum Behandeln von Raps während der Blüte sind nur bestimmte Mittel erlaubt, die nicht schädlich für Bienen sind. Es kann aber dennoch passieren, dass eine Biene, die direkt besprüht wurde, danach anders riecht und von ihren Kolleginnen im Stock nicht mehr als zugehörige Biene erkannt wird. Diese darf dann nicht wieder herein. - Im Bienenstock geht es sehr streng zu. –

Manche Landwirte spritzen deshalb ihren Raps in den Abend- / Nachtstunden. Also, wenn ihr zu später Stunde Landwirte mit ihren Spritzen auf dem Feld seht, tun die das nicht, weil sie etwas verheimlichen wollen, sondern sie versuchen unsere Insekten zu schützen.

Immer geht das natürlich nicht. Stehen doch auf unseren Feldern oft Strommasten herum. Die würden wir im Dunkeln nicht gut sehen.

Eine neue Methode, den Raps nur unter der Blüte zu spritzen wurde uns in der Agrofarm Knau vorgestellt. Mit der Drop-Leg-Technik kann das Spritzmittel direkt in den Bestand unter die Blüte ausgebracht werden. Das ist eine feine Sache. Da wird die Biene, die sich gerade auf der Blüte befindet nicht getroffen.

Aber leider ist das eine recht teure Angelegenheit. Die Spritzen müssen aufwendig umgebaut werden.

Mal sehen, wie sich das in Zukunft durchsetzen lässt. 

Also, ihr seht, wir machen uns schon Gedanken, wie wir die Herstellung unserer Lebensmittel umweltschonender hinbekommen. 









Ein lieblicher Duft liegt in der Luft!                                         8.5.2019


Frieden ist für uns alle wichtig!



Hunger macht krank, aber Hunger macht auch aggressiv.  In der Geschichte der Menschheit wurden schon viele Kriege um Lebensmittel oder Ländereien zur Erzeugung von Lebensmitteln angezettelt.

Wir haben in Europa klimatisch günstige Verhältnisse, um Lebensmittel, vor allem Getreide zu erzeugen. Aber auch die Nutzung unseres Grünlandes mit Rindern zur Milch- und Fleischerzeugung als Eiweißquelle spielt eine große Rolle für unsere Ernährung. Deshalb sollten wir nicht immer mehr Acker- und Grünlandflächen der Nutzung zur Lebensmittelerzeugung entziehen. Wir sollten uns unseren Auftrag, in Zukunft eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren mehr bewusst sein.

Bei einer Unicef-Aktion: Gestalte ein Peace-Zeichen haben wir deshalb mitgemacht und unser Zeichen aus Getreideähren, Maiskolben, Getreide- und Maiskörnern und Rapsblüten gestaltet. Denn Nahrung und Frieden hängen doch unmittelbar zusammen.

 

 

 

 

Wasser ist Leben 

- und ohne Wasser ist alles nichts.  (März 2019)

Das Wetter hat uns 2018 schwer zu schaffen gemacht. 

Hat doch die lange Trockenheit ab dem Frühjahr 2018 zu viel ge-ringeren Aufwüchsen beim Getreide, aber auch bei den Futterpflanzen geführt. Auch die starke Hitze hat zu einer viel früheren Reife der Pflanzen auf dem Acker geführt. Wir haben im August schon Mais geerntet - vier Wochen früher als sonst. Aber dennoch habe ich gestaunt, dass die Pflanzen trotz der lange anhaltenden Trockenheit und der Hitze gewachsen sind und auch Körner angesetzt haben. Unsere Nutzpflanzen sind anpassungsfähig - sie haben einfach ganz weit unten nach Wasser gesucht und ihre Wurzeln bis in Tiefen von 2 Meter gestreckt, um an das notwendige Nass zu kommen.

In diesem Jahr stehen wir allerdings vor dem Problem, dass die Reserven an Wasser im Boden aufgebraucht sind. Bis jetzt hat es noch nicht soviel geregnet, dass die unteren Bodenschichten wieder mit Wasser aufgefüllt sind. 

Also benötigen wir dringend Regen. Unter Regen verstehen wir jetzt natürlich nicht die kurzen Schauer der letzten Tage. Es wäre ein durchgehender Regen von mindestens 50 - 100 l/m² nötig, um die Reserven im Boden wieder aufzufüllen.

--- > und jetzt ist die richtige Zeit dafür! 😉





Wir bereiten uns auf die "Grünen Tage Thüringen 2018" vor.

Die Jungzüchter trainieren ihre Rinder für den Vorführwettbewerb am 22.9.2018 in Erfurt auf der Messe.


30.5.2018

 

 Silierung fast abgeschlossen - Der erste Schnitt Luzerne und Gras ist fast fertig. -

Mit der Silierung wird das Grüngut, welches auf unseren Feldern wächst, konserviert, damit es unseren Kühen das ganze Jahr in guter Qualität zur Verfügung steht.

Frisches Gras würde viel zu schnell verderben, deshalb ist es für die Fütterung unserer Kühe eher ungeeignet. Das Grüngut kann jedoch nicht einfach so in´s Silo gekippt werden. Es muss angewelkt werden und kommt mit ca. 30 bis 45 % Trockensubstanz in´s Silo. Hier wird es mit schwerer Technik verdichtet, so dass die Luft rausgedrückt wird. Am Ende wird dann der ganze Futterstapel mit einer Folie abgedeckt, damit kein neuer Sauerstoff eindringen kann. Ohne Luft erfolgt in den nächsten vier bis sechs Wochen die Silierung. Es bildet sich Essig- und Milchsäure und der pH-Wert sinkt. Dadurch entsteht ein hochwertiges, Futter, welches das ganze Jahr gefüttert werden kann.

Riecht die fertige Silage streng nach Buttersäure, ist die Silierung nicht gelungen. Das mögen auch unsere Tiere nicht.


--> Leider ist es in diesem Jahr bei dem einen Schnitt geblieben.

       Das heißt, es wird ganz schön knapp. 

 

 

Manche Kühe haben ihren eigenen Kopf!

 

 

 


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